Anlaufstelle IHK – Ein Erfahrungsbericht


Die Aufgabe der Industrie und Handelskammern ist laut Definition, das Gesamtinteresse der ihnen angehörenden Gewerbetreibenden wahrzunehmen, für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft zu sorgen und die speziellen Interessen einzelner Gewerbetreibenden auszugleichen. Dazu wurde ihr das Selbstverwaltungsrecht und die Zwangsmitgliedschaft der Gewerbetreibenden gesetzlich verliehen.
Meine ersten Erfahrungen habe ich 1998 mit der IHK Kassel gesammelt. Dazu wollte ich mich vor meiner Existenzgründung am Zentrum für Führungskräfte und Meisterausbildung weiterbilden. An mehreren Wochenenden standen die folgende Themen auf dem Plan:

  • Absatzmarkt
  • Rechtliche Fragen
  • Unternehmensformen
  • Kapitalbedarf/Finanzielle Belastbarkeit
  • Öffentliche Finanzierungshilfen
  • Steuerliche Gesichtspunkte
  • Persönliches Risiko
  • Buchführung
  • Kalkulation

Inhaltlich kann man sagen, dass ich den gesamten Informationsgehalt dieses Angebotes in jedem Existenzgründerbuch innerhalb von 20 Minuten erfahren hätte. Im Jahre 2008 kann man es sich innerhalb kurzer Zeit im Internet zusammensuchen (z.B. in diesem Blog).
Wer überhaupt kein Wissen in den Bereichen hat, sollte sich eine Weiterbildung für Existenzgründer durch den Kopf gehen lassen. Ob man sich mit derart wenig Wissen in eine Gründung wagen sollte, steht aber aus meiner Sicht auf einem ganz anderen Blatt. Dazu wird man gerne an so genannte „Existenzgründertage mit Beratung“ verwiesen. Ich habe eine solche „Beratung“ im Juni 2008 besucht. Eigentlich wollte ich mich als Unternehmer über öffentliche Fördermittel für ein neues Unternehmen erkundigen, was ich auch in meiner Email an die IHK Kassel betont habe. Man hat mich aufgefordert ein Konzept mit Lebenslauf einzureichen, was ich auch gemacht habe. Zwei Wochen später hat mich dann der Leiter des Service Zentrums in Korbach empfangen.
Er hatte weder mein Konzept gelesen, noch konnte er mir irgendwelche Informationen über Fördermöglichkeiten geben. Er wollte eine Existenzgründerberatung mit mir machen. Das bedeutet, man stellt sein Konzept vor und er sagt seine Meinung dazu. Vielleicht eine gute Idee, wenn er das Konzepte gelesen hätte. Vielleicht wäre ihm dann auch aufgefallen, dass ich seit 10 Jahren Unternehmer bin.
Die zugesagten Informationen habe ich leider auch bis heute nicht erhalten. Was ich dafür regelmäßig per Email bekomme, sind Einladungen zur „Existenzgründerberatung“.
Ob meine Erfahrungen ein Einzelfall sind, kann ich nicht beurteilen. Ich bin mir auch bewusst, dass eine Organisation mit sehr vielen Mitarbeitern immer Schwächen haben wird und nicht jeder mit dem Service zufrieden sein kann.
Ich habe mir dann meine Informationen selbst zusammen gesucht und wurde hier fündig:

www.foerderdatenbank.de
Mit der Förderdatenbank des Bundes im Internet gibt die Bundesregierung einen vollständigen und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union

www.stw.de
Die Steinbeis- Stiftung stellt mit seinem Netzwerk von transferorientierten Zentren Kunden die ganze Bandbreite aktueller Technologie- und Managementkompetenzen zur Verfügung.

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