Wie man eine professionelle Präsentation macht


Aus gegebenem Anlass, ich wurde mit einer neuen Geschäftsidee für den Gründerpreis 2008 nominiert, beschäftige ich mich heute mit dem Thema Präsentation. Ich habe ca. 8 Minuten Zeit die Jury von meinem Konzept zu überzeugen.

1. Beginnen kann man mit einem Knall oder einer Anekdote. Die meisten Zuhörer merken sich nur Auftakt und Schlusspointe einer Präsentation. Deshalb sollten beide sitzen. In meinem Fall muss die Jury 12 Präsentationen über sich ergehen lassen. Je nach dem, wann ich dran bin, sind einige Jurymitglieder bereits gelangweilt und ich muss das Interesse an mir erst wieder wecken. Dazu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:

  • Interaktiv – Man kann die Zuhörer mit einer spontane Umfrage einbeziehen: “Wer von Ihnen besitzt ein Handy?”
  • Anregend – Man kann den Zuhörer selbst erst einmal über das Thema sinnieren lassen, indem man eine rhetorische Frage stellt: “Was denken Sie, wird das Handy in den nächsten Jahren unser Einkaufsverhalten verändern ?”
  • Visuell – Man zeigt einen thematisch passenden Filmausschnitt oder emotionale Bilder, die den Zuhörer einstimmen (warmup). Das machen grosse Firmen immer sehr gerne.
  • Nachrichtlich – Man zitiert zu Beginn Ergebnisse einer aktuellen Studie oder (Branchen-)News: “Sie haben es heute sicherlich gelesen: Der Umsatz im Bereich Handydienste hat sich in den letzten 3 Jahren fast verdoppelt…”
  • Provokativ – Man kann Kernthesen oder -aussagen plakativ in den Raum stellen, das schafft Reibungsfläche, aber eben auch Aufmerksamkeit: “Wir werden in einem Jahr mit unserem Konzept Weltmarktführer im Bereich „Mobile Business“ sein!” (Für eine Jury von einem Gründerpreis eher weniger geeignet)
  • Vergleichend – Analogien, Parabeln, Gleichnisse – Geschichten hört jeder gerne: “Präsentationen sind wie Stau: Man würde gerne abkürzen, kommt aber nicht raus.”
  • Persönlich – Apropos Geschichten: Erzählen Sie eine Anekdote aus ihrem Leben: “Sie werden nicht glauben, was mir heute passiert ist…” Benutzen viele Komiker gerne, weil sie die Wirkung auf den Zuhörer kennen.
  • Humorvoll – Zur Auflockerung kann man auch mit einem lockeren Spruch starten, idealerweise mit einem, der zum Thema passt: “Viele Händler haben eine John-Wayne-Mentalität. Bei schwieriger Konsumlage schießen sie permanent aus der Hüfte, anstatt über die neue Möglichkeiten des mobilen Marktes nachzudenken.”
  • Wem dazu partout nichts einfällt, sagt den Zuhörern wenigstens, warum das Produkt, die Dienstleistung oder Geschäftsidee ihr Leben verbessern wird.

2. Konzentration auf das Wesentliche! Eine gelungene Präsentation orientiert sich immer am Zuhörer. Sie ist deshalb kurz, folgt einem logischen Aufbau und regt zum Mitdenken an:
Nicht mehr als zehn Folien (beim Beamer Grafiken), die Schriftgröße nicht kleiner als 30 Punkte und nicht mit zu viel Inhalt überfrachten! Die Faustregel: Nicht mehr als vier Worte pro Zeile, nicht mehr als sechs Zeilen pro Seite.

3. Hauptsachen in Hauptsätze! Keine Relativ- und schon gar keine Schachtelsätze. Überzeugend wirken allein Hauptsätze mit nicht mehr als zehn Wörtern. Wiederholungen sind erlaubt, sie erhöhen sogar den Merkeffekt beim Zuhörer.

4. Verben betonen! Die meisten Redner legen das Gewicht auf Substantive. Eine befreundeter Psychologe hat mich aber davon überzeugt,dass Verben, insbesondere aktive, das Gehirn wesentlich stärker anregen und den Vortrag spannender machen. Mit Fachvokabeln und Fremdwörtern erreicht man das Gegenteil. Dasselbe gilt für überflüssige Animationen oder überfrachtete Grafiken.

5. Erst sagen, dann schreiben! Niemals Folien oder Flipchartblätter nur ablesen! Erstens beleidigt das die Intelligenz der Zuhörer (die können selber lesen); zweitens hört sowieso keiner zu, sondern liest erst einmal. Besser: Die Punkte zuerst verbal erarbeiten, dann notieren.

6. Halten Sie Blickkontakt! Laut psychologischen Studien gilt: Wer überzeugen will, muss mindestens 90 Prozent seiner Redezeit Kontakt zum Publikum halten. Der Trick für Schüchterne: knapp über die Menge hinwegsehen. Den Unterschied merkt kein Mensch – Sie müssen nur regelmäßig mit den Augen über alle Kopfe fliegen.

7. Der Schluss bleibt haften. Deshalb braucht er etwas Inspirierendes, einen Ausblick, etwas Spektakuläres. Aber keine Zusammenfassung! Selbst eine provokante Frage ist besser als seine Rede ausplätschern zu lassen.

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Eine Antwort

  1. […] man immer einen guten Aufhänger. Verschiedene Möglichkeiten habe ich in meinem Artikel “Wie man eine professionelle Präsentation macht” […]

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