Tipps für Internet StartUps


frageantwortIch bin per Email gebeten worden, pauschal einige Tipps für den Businessplan eines Internet-Startup zu geben. Nun, ich habe auf Gründerwettbewerben bei Internet-StartUps folgendes festgestellt:

  • Die Gründer haben meist nur eine Idee, kennen aber den Markt entweder überhaupt nicht oder nur unzureichend. Gründer müssen aber wissen, wie groß der Markt für ihr Angebot tatsächlich ist, wer die potentiellen Kunden sind, wie viele potentiellen Kunden es für ihr Angebot gibt und wie viele davon tatsächlich gewonnen werden können. Die mangelhafte Marktanalyse führt sonst zu falschen oder unrealistischen Umsatz- und Ertragsprognosen.
  • Viele fragen sich zu selten, welches Kundenproblem sie eigentlich lösen und welchen Nutzen sie damit letztendlich bieten.
  • Gründungswillige von Internet-Projekten sind meist Studenten. Leider haben diese oft völlig unrealistische Vorstellungen von Personalkosten. Sozialabgaben wurden im Businessplan einfach vergessen oder Firmenwagen als Erstes genannt. Die Vorstellung vom schnell verdienten „großen Geld“ verstellt ihnen den notwendigen strategischen Weitblick für das Unternehmen. Auch nach Fördermitteln hat sich meist niemand erkundigt.
  • Selbstüberschätzung. Ich habe ja nichts gegen BWL-Studenten, aber wer schon während des Studiums meint, er wisse alles über Unternehmen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Der Businessplan muss die Kompetenzen des Teams in allen relevanten Bereichen präsentieren oder über eventuelle Schwachstellen im Team informieren und Lösungen – etwa durch Personalakquisition – nennen.
  • In den von mir gelesenen Businessplänen wurden einige Positionen mit einer überzogenen „Pseudo-Genauigkeit“ aufgeführt, während das Gesamtzahlenwerk nur lückenhaft dargestellt war. Darüber hinaus wurden wichtige Kostenpositionen schlicht vergessen oder falsche Steuersätze angegeben. Hinzu kommen oft fatale Rechen- oder Formelfehler.
  • Auf die Frage nach einer Wettbewerbsanalyse wird meist die Chance des vermeintlichen First Moves als Erfolgsgarant für die Idee gesehen. Der Glaube, es gäbe keine Konkurrenz, ist aber fahrlässig. Es gibt immer Unternehmen, die das Kundenproblem auch lösen können. Das Ziel ist also nicht nur schneller, sondern vor allem auch besser, d.h. nutzenorientierter zu sein. Die potentiellen „Marktführer“ 🙂 übersehen außerdem häufig, dass die meisten Ideen nachahmbar sind: Was hindert ein finanzstarkes Unternehmen der Branche, in der Sie tätig werden wollen, dasselbe zu tun – insbesondere wenn die Idee gut ist?
  • Die Frage, womit eigentlich Geld verdient werden soll, wird meist mit Werbeumsätzen aus sehr hohen Nutzerzahlen beantwortet. Wenn ich mir die Umsätze bei einigen Webseiten mit wirklich hohen Userzahlen anschaue, bezweifele ich das. Versuchen Sie bitte auch noch andere Geldquellen (z.B.Premiumaccount bei Xing) zu erschließen.
  • Wenn Sie den Plan an potentielle Kapitalgeber senden wollen, achten Sie bitte auf Rechtschreibung, Struktur, Tonalität und Gliederung. Ich lasse wichtige Sachen immer gegenlesen und die Rechtschreibung und Zeichensetzung verbessern.

Mehr kann ich pauschal zu einem StartUp, über das ich sonst keine Informationen habe, nicht sagen.

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