Aloha, LOHAS


Laura_Arns

Laura Arns ist Werkstudentin im Marketing bei der ebuero AG. Die ebuero AG bietet Büroservice für kleine und mittlere Unternehmen und feierte 2011 sein zehnjähriges Firmenjubiläum. Als Pionier in der Branche hat die ebuero AG ihr Angebot stetig weiterentwickelt und gehört so auch mit ihrem mehrsprachigen 24-Stunden-Service und der firmeneigenen App zu den Vorreitern.

Gastbeitrag von Laura Arns

Berlin, the place to be – Veganer sind in Berlin an der richtigen Adresse, sogar von einem veganen Mekka soll die Sprache sein. Die Schivelbeiner Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg wird auch „Vegan Avenue“ genannt. Neben dem veganen Supermarkt hat ein veganer Schuhladen eröffnet, der nur Kunstleder im Sortiment hat. Mindestens sieben neue vegane Geschäfte haben seit Herbst in Berlin eröffnet, auch über die Grenzen des veganen Ursprungs am Prenzlauer Bergs hinaus. In Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Charlottenburg, Neukölln – eigentlich überall findet man heute vegane Küche: Ob Vöner, der vegane Döner oder veganer Burger, in Berlin findet sich Nahrung für jeden veganen Gusto.
Doch woher kommt dieser Boom? Von Zusammenhängen mit dem Trend der Entschleunigung ist die Rede. Nach einem Burn-Out oder einer Krankheit entscheiden sich viele, bewusster zu leben. Auch die vielen Tierhaltungsskandale treiben die Vegan-Bewegung nach vorn.
Vegan leben bedeutet, auf jegliche tierischen Produkte, wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und sogar Honig zu verzichten. Veganer müssen sich also bewusst für diesen Lebensstil entscheiden und in speziellen Supermärkten einkaufen, deren Preise horrend sind: Im Kühlregal der veganen Lebensmittelläden kostet beispielsweise eine „Tofurky Pepperoni Pizza“, 385 Gramm 8,99 Euro. Das Lebensmittel-Shopping wird so besonders für Vegan-Neulinge zu einer reinen Herausforderung. Denn vegan sein, heißt nicht, die Milch gegen einen Saft einzutauschen, sondern genau informiert darüber zu sein, was in den Produkten enthalten ist. Oft verstecken sich Gelatine und andere tierische Produkte in Säften, Süßwaren oder Soßen. Sogar Kleidung und Kosmetikprodukte können vegan hergestellt werden und werden von konsequenten Veganern nach und nach ausgetauscht.
Wer sich heute was leisten kann, der verzichtet. Veganismus ist eine Gegenbewegung zur Fastfood-Bewegung der letzten Jahrzehnte. Und längst haben Wirtschaftsexperten erkannt: Hinter der so genannten Slow-Food-Bewegung steckt ein richtiges Geschäftsmodell. Neue Zielgruppen haben sich definiert, die LOHAs wurden geboren. LOHAS bedeutet Lifestyle of Health and Sustainability und bezeichnet Personen, die einen Lebensstil pflegen, der von Gesundheitsbewusstsein sowie der Ausrichtung nach Prinzipien der Nachhaltigkeit geprägt ist. Veganer also, zählt man zu dieser neuen Ziel- beziehungsweise Konsumentengruppe. LOHAS müssen allerdings keine Veganer oder Vegetarier sein: Im Vordergrund steht nur der bewusste Konsum von nachhaltigen und ökologischen Produkten. Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen und höher qualifizierter Ausbildung.
Viele Unternehmer legen ihre Kommunikation und Marketingstrategien nach dieser Zielgruppe aus, denn LOHAS sind bereit, für eine gewisse Qualität mehr Geld auszugeben. Abzuwarten ist nur, ob sich dieser Boom als eine langzeitige Bewegung abzeichnet oder nur ein Trend ist, der in wenigen Jahren wieder verblassen wird.